Vom Publikum entpflichtet?

Eigentlich stand die Besichtigungdes Leipziger Opernhauses im Vordergrund, doch die anhaltenden Diskussionen um die Inszenierung des "Fliegende(n) Holländer(s)" prägten den Beginn des Besuches von der Jungen Union und der Frauen Union Leipzig in der Kultureinrichtung.Gehen wir eigentlich um der schönen Musik Willen in die Oper oder trotzdem? Fragten sich nicht wenige Teilnehmer. Christine Villinger hatte sichtlich Probleme, nicht nur Presse und Fernsehen die Interpretation des Stückes durch den Regisseur zu erklären. Auch wenn die umstrittenen Gewaltszenen in der nächsten Aufführung im November entfernt sein werden; das Konzept der Leipziger Oper mit ihren eigenwilligen Inszenierungen geht am Publikum vorbei und provoziert damit die Frage, ob im Hinblick auf die dafür eingesetzten Steuergelder der künstlerischen Freiheit keine Grenzen gesetzt werden können. Wenn die Zuschauer, ob sie wollen oder nicht, der Einfalt eines Regisseurs ausgeliefert sind und in Konsequenz Opernhäuser anderer Städte aufsuchen, weil Oper so gefällt, wie es deren Komponist einst gewollt hat, läuft etwas schief. Das Leipziger Bürgertum hat sich aber einst dieses Opernhaus geleistet, weil es Kultur erleben wollte wie es ihm gefällt und hat damit die Kunst verpflichtet. Was wir jetzt erleben, kommt einer Entpflichtung gleich und das kann Leipzig nicht wollen.

So gesehen von Siegrun Seidel
19.10.2008

Im Treppenhaus erläutert Frau Villinger die architektonischen Besonderheiten im 1960 fertig gestellten Gebäude.

Der Ballettsaal